Merken An einem verregneten Sonntagabend wollte ich eigentlich nur die Reste schwarze Johannisbeeren aus dem Gefrierfach verwerten, die schon viel zu lange dort lagen. Die Idee, sie mit dunkler Schokolade zu kombinieren, kam eher zufällig – ich hatte gerade eine Tafel 70%-ige Schokolade aufgetaut und dachte mir, warum nicht beide Experimente wagen? Als ich den ersten Bissen probierte, wusste ich sofort, dass diese Kombination etwas Besonderes war. Die säuerliche Frische der Johannisbeeren harmonierte perfekt mit der intensiven Schokoladenbitterkeit.
Mein erster Versuch endete chaotisch: Die Ganache war zu weich, meine Hände klebten voller Schokolade, und die Küchenfläche sah aus wie ein Schlachtfeld. Aber der Geschmack war so gut, dass ich es am nächsten Tag sofort noch einmal versuchte – diesmal mit mehr Geduld und besserer Vorbereitung. Meine Freundin, die eigentlich nicht mal Süßes mochte, stahl sich nachts dreimal in den Küche, um noch eine Praline zu nehmen.
Zutaten
- 120 g dunkle Schokolade (70 % Kakao), fein gehackt: Die hohe Kakaoquote gibt den nötigen Kontrast zur säuerlichen Frucht – ich habe gelernt, dass mindere Qualität hier den Unterschied zwischen gut und unvergesslich macht
- 60 ml Sahne: Dickflüssig und frisch – sie verbindet die Schokolade zu dieser seidigen Konsistenz, die sich auf der Zunge auflöst
- 2 EL ungesalzene Butter, Zimmertemperatur: Ein kleiner Schuss Fett, der die Ganache geschmeidig macht und diesen samtigen Mundfeelings erzeugt
- 3 EL schwarze Johannisbeerpüree (entsteint, ungesüßt): Der Herzschlag dieses Rezepts – selbst angesetzt oder TK-Beeren püriert, durch ein Sieb gestrichen
- 1 EL Johannisbeerlikör (optional): Verstärkt die Fruchtigkeit und verlängert die Haltbarkeit – ohne ihn kommen Sie auch gut zurecht
- 200 g dunkle Schokolade, fein gehackt: Für die Überzugsschicht – mehr als nötig, aber Sie brauchen die Menge zum ordentlichen Tauchen
- 2 EL gefriergetrocknete schwarze Johannisbeeren, zerdrückt: Oder Kakaopulver für die Dekore – das A und O für den ersten optischen Eindruck
Anweisungen
- Die Ganache vorbereiten:
- Erhitzen Sie die Sahne in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze, bis sie gerade zu simmern beginnt – achten Sie genau auf die ersten Bläschen am Rand
- Schokolade einrühren:
- Nehmen Sie den Topf vom Herd, geben Sie die 120 g Schokolade dazu und lassen Sie alles eine Minute stehen, bevor Sie glatt rühren
- Die Fruchtnote einbringen:
- Fügen Sie Butter, Johannisbeerpüree und Likör hinzu – rühren Sie, bis die Mischung glänzend und perfekt vereint ist
- Auskühlen lassen:
- Geben Sie die Ganache in eine flache Schale, decken Sie sie ab und stellen Sie sie für 1 bis 2 Stunden in den Kühlschrank
- Die Pralinen formen:
- Verwenden Sie einen Teelöffel, um kleine Portionen der gekühlten Ganache zu entnehmen – rollen Sie sie schnell zu Kugeln und frieren Sie sie 20 Minuten
- Die Überzugsschokolade schmelzen:
- Lassen Sie die 200 g Schokolade über einem Wasserbad schmelzen – rühren Sie glatt und lassen Sie sie etwas abkühlen
- Die Pralinen tauchen:
- Heben Sie jede Kugel mit einer Gabel in die flüssige Schokolade, lassen Sie den Überschuss abtropfen und legen Sie sie zurück auf das Blech
- Das Finale:
- Bestreuen Sie die noch feuchten Pralinen mit zerdrückten gefriergetrockneten Johannisbeeren oder stauben Sie sie leicht mit Kakaopulver
Merken Diese Pralinen haben inzwischen zu unseren besonderen Anlässen gehört – Geburtstage, kleine Feiern oder einfach, wenn ich jemandem zeigen möchte, wie viel mir diese Person bedeutet. Jedes Mal, wenn jemand den ersten Bissen nimmt und die Augen schließt, weiß ich, dass dieses kleine Stück Schokolade mehr ist als nur Süßspeise.
Der richtige Zeitpunkt zum Servieren
Diese Pralinen sind am besten, wenn sie 15 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank genommen werden – die Ganache wird weicher und aromatischer, der Überzug bleibt aber schön knackig. Bei Zimmertemperatur entfaltet sich das Johannisbeeraroma am stärksten und die Konsistenz wird perfekt samtig.
Variationen für verschiedene Geschmäcker
Ersetzen Sie das Johannisbeerpüree durch Himbeer- oder Kirschpüree für eine andere Fruchtnote – die Grundstruktur bleibt gleich und Sie werden überrascht sein, wie sehr sich die Charaktere verändern. Wer es vegan mag, kann Kokosnuss-Sahne und vegane Schokolade verwenden – die Pralinen werden genauso cremig.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Die Pralinen halten sich in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank bis zu einer Woche – werden sie auch so lange überleben, ist eine andere Frage. Vermeiden Sie es, sie neben stark riechenden Lebensmitteln zu lagern, da Schokolade Fremdgerüche schnell aufnimmt.
- Für Geschenke: Legen Sie jedes Küchlein in ein kleines Pergamentpäckchen – der Empfänger wird sich besonders fühlen
- Einfrieren geht bis zu drei Monate, aber planen Sie 2 Stunden zum Auftauen ein – die Konsistenz leidet etwas
- Bei Zimmertemperatur maximal 2 Stunden aufbewahren – der Überzug kann sonst schmelzen und Flecken bilden
Merken
Manchmal sind die kleinsten Küchenexperimente die, die uns am meisten begeistern – diese Pralinen haben mir gezeigt, dass Aufwand und Belohnung oft in keinem Verhältnis stehen. Viel Freude beim Ausprobieren!
Häufige Fragen zum Rezept
- → Wie lange halten sich die fertigen Trüffeli?
Die Trüffeli bleiben in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank bis zu eine Woche frisch. Für längere Haltbarkeit können sie auch eingefroren werden.
- → Kann ich die schwarzen Johannisbeeren ersetzen?
Ja, Himbeer- oder Kirschpüree eignen sich hervorragend als Alternative. Die Fruchtsäure sollte jedoch ähnlich intensiv sein.
- → Wie verhindere ich, dass die Schokolade beim Überziehen grau wird?
Temperieren Sie die Schokolade vor dem Überziehen und lassen Sie sie leicht abkühlen, aber noch flüssig bleiben. Vermeiden Sie Feuchtigkeitseinwirkung.
- → Warum muss die Ganache so lange kühlen?
Die Kühlphase von 1-2 Stunden ist entscheidend, damit die Mischung fest genug wird zum Formen. Zu weiche Ganache lässt sich nicht sauber rollen.
- → Kann ich diese Pralinen ohne Alkohol zubereiten?
Absolut, der Johannisbeerlikör ist optional. Ohne ihn bleiben die Trüffeli genauso köstlich, nur etwas weniger komplex im Geschmack.